Cannabis gegen Kopfschmerzen und Migräne

Hast du im letzten Jahr an Kopfschmerzen oder Migräne gelitten? Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bist du damit nicht allein. Rund 40% der Weltbevölkerung sind jährlich von Kopfschmerzen oder Migräne betroffen.

Traditionelle Behandlungsmethoden stoßen oft an Ihre Grenzen und immer mehr Patienten greifen zu medizinischem Cannabis als Alternative zu herkömmlichen Schmerzmitteln zur Behandlung Ihrer Kopfschmerzen oder Migräne.

Doch hilft Cannabis wirklich gegen Kopfschmerzen und Migräne? In diesem Artikel klären wir auf, welche Faktoren Kopfschmerzen begünstigen können und ob medizinisches Cannabis bei der Behandlung von Kopfschmerzen helfen kann. 

Unterschied Kopfschmerzen und Migräne

Obwohl Migräne oft im gleichen Atemzug wie Kopfschmerzen genannt wird, handelt es sich um zwei unterschiedliche Krankheitsbilder. Die Unterscheidung ist wichtig, da Therapien, Ursachen und ebenso Forschungsergebnisse stark variieren können. Wir haben die Unterschiede zusammengefasst: 

  Migräne Kopfschmerzen
Schmerzbild Oft einseitige, pulsierende Schmerzen Drückende, ziehende Schmerzen
Begleiterscheinung  Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit Leicht Übelkeit bis keine Begleiterscheinungen
Dauer Meist mehrere Stunden bis Tage Einige Minuten bis Stunden
Häufigkeit  Oft wiederkehrend Variabel
Ursache Neurologische oder auch genetische Ursachen Stress, Verspannung oder Infektion

 

Primäre gegen sekundäre Kopfschmerzen

Für eine umfassende Behandlung von Kopfschmerzen ist es entscheidend, die zugrunde liegenden Ursachen zu ermitteln. Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen.

Primäre Kopfschmerzen treten unabhängig von anderen Erkrankungen auf und stellen das Hauptproblem dar.

Zu den häufigsten Formen zählen:

  • Migräne
  • Spannungskopfschmerz
  • Clusterkopfschmerzen

Bei sekundären Kopfschmerzen gilt eine andere Ursache als Auslöser (auch Trigger genannt), beispielsweise:

  • Kopfverletzungen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Infektionen
  • Hormonelle Veränderungen

Die Unterscheidung ist essentiell, da die Behandlung direkt von der Ursache ausgehen sollte und viele Studien sich mit den primären Kopfschmerzen befassen.

 

Welche Faktoren können Kopfschmerzen begünstigen?

Primäre Kopfschmerzen wie Migräne oder Spannungskopfschmerzen können durch die unterschiedlichsten Ursachen begünstigt werden. Das können individuelle Auslöser, wie beispielsweise Veränderungen im Hormonspiegel oder Tagesrhythmus sein, aber auch Flüssigkeitsmangel oder psychische Belastungen zählen zu den häufigen Auslösern von primären Kopfschmerzen.

Primäre Kopfschmerzen können von folgenden Ursachen ausgelöst werden:

  • Stress und psychische Belastungen
  • Schlafmangel oder unregelmäßiger Schlaf
  • Flüssigkeitsmangel
  • Hormonelle Schwankungen (Menstruation)
  • Falsche Ernährung
  • Wetterumschwünge
  • Medikamentenübergebrauch

Auf der Seite der Deutschen Migräne und Kopfschmerzgesellschaft findest du wertvolle Hilfsmittel zur Dokumentation und Ursachenforschung von Kopfschmerzen. Dort stehen Kopfschmerzkalender in vielen Sprachen kostenlos zum Download bereit. Zudem findest du dort viele nützliche Informationen zur Prävention von Kopfschmerzen und Migräne. 

 

Cannabis gegen Migräne und Kopfschmerzen - Das sagt die Wissenschaft 

In einer aktuellen Analyse verschiedener Studien wurden die Ergebnisse aus 12 verschiedenen Publikationen mit 1980 Patienten ausgewählt und analysiert. Die Ergebnisse geben Hoffnung, denn bereits nach 30 Tagen konnten einige Patienten eine spürbare Reduktion der Häufigkeit ihrer Kopfschmerzen feststellen. Im direkten Vergleich war medizinisches Cannabis bis zu 51% effektiver als Medikamente ohne Cannabinoide. Allerdings traten bei 43 % der Teilnehmenden milde Nebenwirkungen auf.

Eine weitere Studie, veröffentlicht von der Science Daily, wertete die Daten der Strainprint-App aus, in welcher die Patienten ihre Symptome vor und nach dem Gebrauch von Cannabis dokumentieren.

Die Auswertung von über 12.200 Kopfschmerz und 7.400 Migräne-Sitzungen ergab beeindruckende Ergebnisse:

  • Die Einnahme von Cannabis konnte die Schmerzen bei Migräne um 49,6 %, bei Kopfschmerzen um 47,3 % senken
  • Cannabis-Konzentrate (Extrakte, Öle) waren wirksamer als getrocknete Blüten
  • THC und CBD Gehalt der Präparate hatte weniger Einfluss als erwartet, die Sorte und Terpene könnten eine entscheidende Rolle spielen

 

Wie kann Cannabis bei Kopfschmerzen helfen?

Medizinisches Cannabis besteht aus Cannabinoiden. Die Hauptwirkstoffe THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) wirken direkt auf die Rezeptoren des körpereigenen Endocannabinoid-Systems (ECS) ein.

Das ECS ist ein Teil unseres Nervensystems und an der Regulierung und Steuerung einer Vielzahl von wichtigen Körperfunktionen wie auch dem Schmerz und Stressreaktionen beteiligt. Insbesondere THC ist für seine schmerzlindernde und psychoaktive Wirkung bekannt, wobei CBD eher entzündungshemmend und beruhigend wirkt. Diese Cannabinoide können durch die schmerzlindernde und beruhigende Wirkung die Intensität der Kopfschmerzen senken. 

 

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Fazit

Cannabis ist für viele Schmerzpatienten ein Hoffnungsträger als Alternative zu herkömmlichen Schmerzmitteln. Auch hinsichtlich der Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne zeigen erste Studien positive Effekte. Für Patienten, die beim Einsatz von herkömmlichen Schmerzmitteln Nebenwirkungen aufweisen, kann Cannabis eine wirkungsvolle Alternative darstellen, gerade in Bezug auf die durch die Einnahme resultierenden Magen-Darm-Unverträglichkeiten vieler Schmerzmittel.

Auch die Einnahme von Cannabis birgt Risiken und kann Nebenwirkungen auslösen, in einigen Fällen sogar die Ursache für Kopfschmerzen oder Migräne sein. Wichtig ist, auf die richtige Einnahme und Dosierung zu achten und seine eigenen Gewohnheiten zu reflektieren. Auch die Konsultation eines Arztes oder einer Ärztin empfehlen wir dringend.

 

FAQ: Häufige Fragen zu medizinischen Cannabis und Kopfschmerzen

Kann Cannabis gegen Kopfschmerzen helfen?

Cannabis kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf Kopfschmerzen haben. Einige Studien deuten darauf hin, dass Cannabis die Intensität und Regelmäßigkeit verringern kann. Beim häufigen oder übermäßigen Konsum von Cannabis können Kopfschmerzen als Nebenwirkung auftreten.

Welche Cannabissorten helfen gegen Kopfschmerzen?

Zur Behandlung von Kopfschmerzen werden oft Indica-lastige Cannabis Sorten verschrieben. Als schmerzlindernde Terpene werden häufig Beta-Caryophyllen, Myrcen, Linalool und Pinen berichtet. Die schmerzlindernde Wirkung von einigen Cannabis Sorten kann bei Kopfschmerzen oder Migräne helfen, wichtig ist dabei auf die verschriebene Dosis zu achten.

Wie wirken THC und CBD?

THC (Tetrahydrocannabinol) kann psychoaktiv und schmerzlindernd über die CB1-Rezeptoren des zentralen Nervensystems wirken, wobei CBD (Cannabidiol) beruhigend und entzündungshemmend auf die CB2-Rezeptoren wirken kann. Die Kombination beider Stoffe kann durch einen Entourage-Effekt besonders wirksam sein.

Ist medizinisches Cannabis in Deutschland legal?

Ja. Mit dem neuen Cannabisgesetz (CanG) ist der Zugang zur Cannabis-Therapie für viele Patienten deutlich erleichtert worden. Medizinisches Cannabis wurde aus dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) gestrichen, was bedeutet, dass Ärzte nun ein reguläres Rezept ausstellen können.

Weiterführende Informationen und Quellen:

https://www.dgn.org/leitlinie/kopfschmerz-bei-ubergebrauch-von-schmerz-oder-migranemitteln-medication-overuse-headache-moh

https://www.frontiersin.org/journals/neurology/articles/10.3389/fneur.2022.871187/full

https://www.sciencedaily.com/releases/2019/11/191125100353.htm

https://www.dmkg.de/patienten/downloads-und-studien/

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/detail/cannabisgesetz.html

Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung; auch stellt er weder eine Empfehlung zum Konsum dar, noch ist mit ihm ein Versprechen einer bestimmten Wirkweise oder Heilungsform verbunden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität des Inhalts wird keine Haftung übernommen.