Cannabis gegen Rückenschmerzen: Hoffnung oder Hype?

Rückenschmerzen gelten mittlerweile als regelrechte Volkskrankheit und sind eine der häufigsten Ursachen für Arztbesuche und Krankschreibungen. Sie werden durch Muskelverspannungen, Entzündungsprozesse oder Veränderungen der Bandscheiben hervorgerufen. Betroffene Personen leiden durch anhaltende Schmerzen unter einer eingeschränkten Lebensqualität, Antriebslosigkeit und Schlafproblemen. Deshalb suchen immer mehr Menschen nach natürlichen Alternativen zu herkömmlichen Therapien und Schmerzmitteln. Medizinisches Cannabis rückt bei der Behandlung von Rückenschmerzen zunehmend in den Fokus. Doch kann medizinisches Cannabis wirklich bei Rückenschmerzen helfen?

Wie wirkt medizinisches Cannabis bei Rückenschmerzen?

Medizinisches Cannabis besteht aus Cannabinoiden. Die Hauptwirkstoffe sind:

  • THC (Tetrahydrocannabinol) kann schmerzlindernd, entspannend, entzündungshemmend wirken und kann sich positiv auf die Stimmung auswirken.
  • CBD (Cannabidiol) hat keine Rauschwirkung, kann entzündungshemmend, angstlösend, entkrampfend wirken – oft gut verträglich.

Diese natürlichen Stoffe, Cannabinoide, wirken direkt auf die Rezeptoren des körpereigenen Endocannabinoid-Systems (ECS) ein. Das ECS ist ein Teil unseres Nervensystems und an der Regulierung und Steuerung einer Vielzahl von wichtigen Körperfunktionen wie Schmerz, Entzündungen, Immunfunktionen, Schlaf, Appetit, Stimmung und Stressreaktionen beteiligt.

 

Welche Vorteile bietet medizinisches Cannabis bei der Behandlung von Rückenschmerzen?

Durch das Einwirken der natürlichen Stoffe des medizinischen Cannabis auf das Endocannabinoid-Systems können sich für die Patienten positive Effekte ergeben:

  • Schmerzlinderung
  • Lösen von Muskelverspannungen
  • Entzündungshemmung
  • Verbesserte Schlafqualität
  • Milderung depressiver Verstimmungen

Neben den beiden Hauptbestandteilen THC und CBD besteht medizinisches Cannabis aus weiteren Substanzen wie etwa Terpenen, Flavonoiden und anderen seltenen Cannabinoiden. Man geht davon aus, dass diese gering vorkommenden Substanzen durch die Interaktion miteinander sowie mit den Cannabinoiden THC und CBD die Gesamtwirkung der Cannabispflanze als Ganzes verstärken. Das Zunutze Machen dieser Synergien wird als Entourage Effekt bezeichnet.  

Hervorzuheben ist, dass medizinisches Cannabis im Vergleich zu vielen herkömmlich verordneten Medikamenten gegen Rückenschmerzen auch eine positive Wirkung auf die Psyche der Patienten haben kann. Gerade für Menschen, die besonders stark oder langanhaltend unter Rückenschmerzen leiden, stellt dies einen entscheidenden Vorteil dar.

 

Was sagt die Wissenschaft zu Cannabis bei Rückenschmerzen?

Wissenschaftliche Arbeiten zeigen, dass der Einsatz von medizinischem Cannabis bei chronischen Schmerzen helfen kann, auch bei Rückenschmerzen.

In einer Übersichtsarbeit aus 2022 beispielsweise wurden vier hochwertige Studien mit 110 Patienten analysiert. Hierbei wurde deutlich, dass die cannabisbasierten Medikamente bei chronischen Rückenschmerzen wirksam sein können. Im Vergleich zur Placebogruppe wurde eine signifikante Schmerzreduktion festgestellt.

In einer anderen Studie aus 2016 wurde die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis bei Rückenmarksverletzungen untersucht. Einer Testgruppe, bestehend aus 42 Patienten, wurde entweder 2,9% THC, 6,7% THC oder ein Placebo per Inhalation verabreicht. Im Vergleich zum Placebo konnte bei beiden THC-Dosen eine deutliche Schmerzlinderung festgestellt werden. Zwischen den beiden THC-Dosen gab es keinen signifikanten Unterschied.

Besonders hervorzuheben ist, dass bei den Studien zum Einsatz von medizinischem Cannabis zur Schmerzlinderung keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt werden konnten. Dies ist ein deutlicher Vorteil gegenüber der herkömmlichen Medikation zur Schmerzreduzierung bei Rückenschmerzen.

 

Für wen ist medizinisches Cannabis geeignet?

Medizinisches Cannabis kann sich vor allem für folgende Patientengruppen eignen:

  • Patienten mit langanhaltenden, chronischen Schmerzen (länger als 3 Monate)
  • Patienten, die auf eine Opioidbehandlung verzichten möchten/müssen
  • Patienten, bei denen herkömmliche Behandlungsmethoden nur geringe bis keine Erfolge erzielen
  • Patienten, die unter psychischen Begleitsymptomen (depressiver Verstimmung, Schlafstörungen) leiden
  • Patienten, bei denen Nebenwirkungen durch herkömmliche Schmerzmittel auftreten (Magenprobleme)

Vor allem diesen Patientengruppen kann medizinisches Cannabis eine wirkliche Option zur Anpassung oder Optimierung ihres Therapiesystems bieten.

Wie kann ich medizinisches Cannabis einnehmen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten medizinisches Cannabis einzunehmen. Hier findest du eine Übersicht über die gängigsten Methoden und Medikamenten: 

Anwendung Beschreibung
Orale Einnahme (Tropfen, Spray, Kapsel)

Praktikabel und gut dosierbar

Verzögerter Wirkungseintritt

Langanhaltender Effekt

Inhalation der Blüten durch Verdampfen (Vaporisieren)

Schneller Wirkeintritt

Große Sortenvielfalt zur Auswahl

Schwierige Dosierung

Extrakte 

Hohe Konzentration

Einfache Anwendung

 

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

„Start low – Go slow“ - Wichtig ist, mit einer geringen Dosis zu starten und diese langsam zu steigern. Doch auch wenn man dies berücksichtigt, kann es, wie bei jeder anderen Therapieform, zu Nebenwirkungen kommen. Wenn Nebenwirkungen auftreten, sind es meist milde Begleiterscheinungen wie Mundtrockenheit, Müdigkeit oder kurzzeitige Konzentrationsschwäche. 

In seltenen Fällen treten ernstere Nebenwirkungen wie Angstzustände und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf. Deshalb raten wir dringend, eine Behandlung mit medizinischem Cannabis bei Rückenschmerzen nur nach Konsultation von ärztlichem Fachpersonal durchzuführen.

 

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Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass medizinisches Cannabis für viele langjährige Schmerzpatienten ein wirklicher Hoffnungsträger im Kampf gegen die Rückenschmerzen sein kann. 

Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem bei chronischen Erkrankungen und nach Ausschöpfung der konventionellen Therapiemaßnahmen, medizinisches Cannabis eine zunehmend evidenzbasierte Therapieoption sein kann.

Weiterführende Informationen und Quellen: 

https://www.tk.de/techniker/gesundheit-foerdern/sport-und-bewegung/gesunder-ruecken/volkskrankheit-rueckenschmerzen-2007866

https://www.health.harvard.edu/blog/the-endocannabinoid-system-essential-and-mysterious-202108112569

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4789136/

https://www.dovepress.com/a-preliminary-evaluation-of-the-relationship-of-cannabinoid-blood-conc-peer-reviewed-fulltext-article-JPR

https://www.tk.de/techniker/krankheit-und-behandlungen/erkrankungen/behandlungen-und-medizin/darreichungsformen-dosierung-2032612

https://avaay.de/darreichungsformen-und-anwendungsarten-von-medizinischem-cannabis/

https://cannabisapo24.de/blogs/ratgeber/anwendung-dosierung

https://cannhelp.com/blogs/news/das-endocannabinoid-system-ecs?srsltid=AfmBOord6P81e7xgqB6OA8hGmqdPNE08ptRDcZ6BER7ZgEbHap-0ImiP

Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung; auch stellt er weder eine Empfehlung zum Konsum dar, noch ist mit ihm ein Versprechen einer bestimmten Wirkweise oder Heilungsform verbunden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität des Inhalts wird keine Haftung übernommen.