Was ist der Unterschied zwischen einem Cannabis Kultivar, Sorte oder Strain?
Strain, Kultivar oder doch Sorte? Kennst du den Unterschied? In diesem Artikel wird auf die Unterschiede ein eingegangen und erklärt, was hinter den Begriffen Sorte, Kultivar oder Genetik steckt.
Was ist eine Cannabis Sorte?
Vielen kennen den Begriff Cannabis Sorte und verbinden Namen wie White Widow oder Frosted Cookies damit. Umgangssprachlich ist dies auch korrekt, allerdings geben diese Namen keine eindeutige Aussage über Züchtung und genetischer Herkunft. Die Sorte oder der Strain sind eher Marketing oder eine alternative Bezeichnung, aber nicht das eigentliche Kultivar.
Was ist ein Cannabis Kultivar?
Der Begriff Kultivar bezeichnet in der Botanik eine durch Züchtung erzeugte Pflanze, die bestimmte genetische Eigenschaften aufweist und über Generationen hinweg vererben kann. Ein Cannabis Kultivar ist eine genetisch definierte Linie, die durch Zucht und Selektion gewisse Merkmale aufweist, wie etwas Aroma, Blütezeit oder die Wirkung. Beispiele dafür sind die Sorten Amnesia Haze oder Gelato #33, jeder dieser Namen steht für einen bestimmten Genotyp (Genetischer Bauplan der Pflanze) sowie einen Phänotyp (sichtbare Merkmale entstanden durch Licht und Temperatur).
Genetik und Züchtung eines Kultivar
In der Praxis nutzen Züchter einen langen Prozess, um ein neues Kultivar zu züchten. Von der Wahl der Elternpflanzen bis zum fertigen Kultivar sind einige Schritte zu befolgen, in der Praxis sieht das Ganze so aus:
- Wahl der Elternpflanzen: Im ersten Schritt wählen die Züchter zwei geeignete Pflanzen mit den gewünschten
charakterlichen Eigenschaften. - Kreuzung der Elternpflanzen: Im nächsten Schritt werden die beiden Elternpflanzen miteinander gekreuzt und die daraus entstandenen Samen enthalten eine Mischung aus den Genen beider
Elternpflanzen. - Selektion: In der Selektionsphase werden die Nachkommen mit dem stärksten Charakterprofil
ausgewählt. - Stabilisierung: Die entstandenen Pflanzen werden nun über mehrere Generationen weiter
gezüchtet, bis alle Pflanzen ein stabiles Charakterprofil ausweisen. - Registrierung: Ein Kultivar kann rechtlich registriert und geschützt werden. Damit sichern die
Züchter*innen Ihr geistiges Eigentum.
Kultivare und Terpenprofile
Ein großer Vorteil der Kultivare ist die präzise Kontrolle des Terpenprofils. Dieses wird über Generationen hinweg gezüchtet und kann bei einem klassischen Kultivar zuverlässigbestimmt werden. In der medizinischen Anwendung bringt das für viele Patienten den großen Vorteil, dass Wirkung und Aroma genau bestimmt werden können.
Terpene beeinflussen nicht nur die Wirkung einer Cannabispflanze, sondern auch den Geschmack und den Duft der jeweiligen Blüte.
Beispiele für bekannte Terpene in Cannabis Kultivaren:
Myrcen: Erdiges und fruchtiges Aroma, fördert Entspannung
Limonen: Zitrus oder Orangen Aroma, wirkt stimmungsaufhellend
Linalool: Lavendel Aroma, angstlösende beruhigende Eigenschaften
Terpinolen: Süßlich mit Zitrus Aroma, fördert Entspannung
Warum wird unterschieden?
Die Cannabis-Branche ist stark reguliert und besonders im medizinischen Bereich gelten hohe Standards an Sicherheit und Qualität. Für Qualitätskontrollen und die Sicherheit der Patienten ist es sehr wichtig, dass jedes Kultivar und deren Wirkung genau bestimmt werden kann.
Standardisierung und Patente helfen nicht nur den Züchtern, sondern stellen auch eine konstante Qualität für Konsumenten sicher.
Kultivar, Strain oder Sorte?
Im englischsprachigen Raum wird oft der Begriff Strain verwendet, dieser stammt aus der Biologie, wurde aber in der Cannabis-Szene als Slang übernommen. Der Begriff Sorte wird umgangssprachlich in Deutschland genutzt und bezeichnet eher den Namen oder dient dem Marketing. Ein Kultivar wird in Fachkreisen genutzt und bezeichnet die genetisch definierte Linie, die durch Zucht und Selektion gewisse Merkmale aufweist, wie etwa Aroma, Blütezeit oder die Wirkung.
Fazit
Kultivare sind das Ergebnis gezielter Zucht und wissenschaftlicher Präzision. Für viele Patienten stellen Cannabis Kultivare eine entscheidende Rolle für verlässliche Qualität, Wirkung und Aroma. Die Begriffe Strain oder Sorte können eher als Umgangssprachlich oder in Bezug auf Marketing verstanden werden und geben keine eindeutige Auskunft über das eigentliche Kultivar einer Cannabispflanze.
FAQs
Was bedeutet der Begriff Kultivar bei Cannabis?
Ein Kultivar bezeichnet die genetisch definierte Linie einer Cannabispflanze, die durch Zucht und Selektion gewisse Merkmale aufweist, wie etwa Aroma, Blütezeit oder Wirkung.
Ist ein Kultivar das gleiche wie ein Strain?
Nein. Im englischsprachigen Raum wird oft der Begriff Strain verwendet, dieser bezeichnet den Namen der Sorte im Allgemeinen, nicht aber die eigentliche Zucht und Selektion dahinter.
Gibt es ein Register für Cannabis Kultivare?
Ja. In Kanada gibt es Beispielsweise ein offizielles Register für Kultivare sowie genetische
Datenbanken.
Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung; auch stellt er weder eine Empfehlung zum Konsum dar, noch ist mit ihm ein Versprechen einer bestimmten Wirkweise oder Heilungsform verbunden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität des Inhalts wird keine Haftung übernommen.