Das Geheimnis von hochwertigem Cannabis – Trichome und ihre Bedeutung
Cannabis ist nicht nur eine Kulturpflanze, sondern auch ein komplexes, pharmakologisches System, das mehr als 100 Cannabinoide sowie über 200 Terpene enthält. Oft stellt man sich die Fragen „Woran erkenne ich gutes medizinisches Cannabis?“ und „Wann ist der optimale Erntezeitpunkt?“
Antworten darauf liefern vor allem Trichome. Das sind winzige, haarähnliche Strukturen auf der Pflanze, die Cannabinoide und Terpene bilden und dadurch maßgebend für Qualität und therapeutischen Nutzen des medizinischen Cannabis sind.
Was sind Trichome?
Trichome, auch Pflanzenhaare genannt, sind winzige Auswüchse auf der Oberfläche vieler Pflanzen. Sie bieten den Pflanzen viele lebensnotwendige Funktionen wie den Schutz vor Wasserverlust und UV-Strahlung, sowie die Abschreckung von Fressfeinden. Bei Cannabis-Pflanzen haben diese kleinen Ausstülpungen noch eine weitere, sehr wichtige Funktion und verleihen damit dem Cannabis erst seine einzigartigen Eigenschaften: sie produzieren das psychoaktive Tetrahydrocannabinol (THC) sowie das nicht berauschende Cannabidiol (CBD) sowie viele weitere Cannabinoide und Terpene. Man kann sie somit als „Schatzkammern des Cannabis“ bezeichnen.
Je nach Ausprägungsform und Reifephase kann man die Trichome folgendermaßen unterscheiden:
Typen von Trichomen
- Knollen-Trichome: Dies ist die kleinste Form der Trichome. Sie haben eine knollenartige Form und bedecken so ziemlich die gesamte Pflanzenoberfläche. Sie spielen bei der Produktion von Cannabinoiden eine eher untergeordnete Rolle, erfüllen aber wichtige Funktionen hinsichtlich des Schutzes der Pflanze vor Umweltstress.
- Kapitär-sitzende Trichome: Diese stiellosen, mittelgroßen Trichome spielen bei der Produktion von Cannabinoiden und Terpenen eine eher untergeordnete Rolle. Sie sind überwiegend auf Blättern und Blüten zu finden und sind trotzdem am Gesamtertrag an Wirkstoffen beteiligt.
- Kapitär-gestielte Trichome: Dies sind die größten Trichome, sie sind mit bloßem Auge zu erkennen. Hier sitzt das Herz der Cannabis-Pflanze, denn sie produzieren den Großteil an Cannabinoiden und Terpenen und sind somit für die hohe Potenz und das intensive Aroma der Cannabis-Pflanze verantwortlich.
Farbveränderung von Trichomen
- Klar/durchsichtig: Die Cannabis-Pflanze ist noch unreif und die THC-Konzentration gering
- Milchig/trüb: In dieser Phase hat der THC-Gehalt sein Maximum erreicht. Die Wirkung dieser Trichome ist intensiv und berauschend. Andere Cannabinoide, wie CBG und CBD, sowie verschiedene Terpene sind allerdings noch nicht entwickelt.
- Bernsteinfarben: Die letzte Reifephase ist erreicht und die Cannabis-Pflanze hat nun ein besonders breites Spektrum an Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden ausgebildet. Das THC wandelt sich zu Cannabinol um, was dazu führt, dass Blüten mit vielen dieser Trichome eine sehr entspannende und beruhigende Wirkung haben können. Sie eignen sich dadurch besonders für Freizeitkonsumenten und medizinische Nutzer.
Der Einfluss von Trichomen auf die Potenz von medizinischem Cannabis
Die Potenz von medizinischem Cannabis steht in direktem Zusammenhang mit der Dichte, Reife und Funktionalität der Trichome. In den kapitär-gestielten Trichomen werden die pharmakologisch relevanten Wirkstoffe, insbesondere THC und CBD, produziert und in Form von Harz gespeichert. Ein hoher Anteil an intakten Trichomen korreliert mit maximaler Cannabinoid-Konzentration und somit mit einer gesteigerten therapeutischen Potenz. Durch diese Korrelation kann man bei Blüten mit einer hohen Trichomdichte auch auf eine höhere Wirksamkeit schließen bspw. in der Anwendung zur Schmerztherapie.
Gleichzeitig modulieren die weiteren in den Trichomen enthaltenen Stoffe wie Terpene, weitere Cannabinoide und Flavonoide die Wirkung des Cannabis im Sinne des Entourage-Effekts. Dieser Effekt beschreibt ein synergistisches Zusammenspiel aller im medizinischen Cannabis enthaltenen Stoffe, wodurch das pharmakologische Wirkungsspektrum erst voll ausgeschöpft wird.
Kurz gesagt: Cannabinoide, Terpene und Flavonoide wirken nicht einzeln, sondern gemeinsam und beeinflussen sich gegenseitig. Durch die Kombination mehrerer Stoffe kann die therapeutische Wirkung von medizinischem Cannabis somit verbessert werden.
Merkmale von qualitativ hochwertigem medizinischem Cannabis
Trichome beeinflussen maßgeblich Optik, Aroma und Qualität des medizinischen Cannabis. Hochwertige Cannabisblüten bieten nicht nur eine angenehmere Konsumerfahrung, sondern haben auch einen höheren Wirkstoffgehalt und somit einen stärkeren, therapeutischen Effekt. Anhand einiger Parameter kann man medizinisches Cannabis qualitativ beurteilen.
Optik und Struktur
- Intensive Farben: Blüten in lebhaften Grüntönen, oft ergänzt durch violette oder orangefarbene Akzente, zeigen eine reiche genetische Basis ihrer Cannabisblüten.
- Glanz und Trichome: Eine hohe Dichte an Trichomen ist ein gutes Indiz für eine hochwertige Cannabisblüte. Die glänzenden Harzkristalle sorgen für Aroma und geben ebenso Aussage über den Reifegrad einer Blüte.
- Dichte Struktur: Kompakte Blüten deuten in der Regel auf optimale Anbaubedingungen, einen hohen Cannabinoid-Gehalt und einen professionellen Veredelungsprozess hin.
Geruch und Aroma
Der Geruch und Geschmack von Cannabis hängt stark von den enthaltenen Terpenen ab. Besonders Premium Cannabisprodukte haben oft komplexe, angenehme Aromen, die sich je nach Terpenprofil unterscheiden können. Einige der bekanntesten Terpene sind:
- Limonen: Zitrusartige Noten können mit stimmungsaufhellenden Effekten einhergehen.
- Myrcen: Erdige Aromen, die für eine beruhigende Wirkung sorgen können.
- Kampfer: Ein frisch-würziger Duft, der als anregend wahrgenommen wird.
Faktoren für die Entwicklung von Trichomen
Spätestens jetzt ist klar, dass man Cannabis-Pflanzen mit einer höchstmöglichen Trichomqualität und somit einer starken pharmakologischen, therapeutischen Wirkung erhalten möchte. Dies kann man durch die Beachtung einiger Faktoren erreichen.
Auswahl einer geeigneten Sorte: Obwohl alle Cannabis-Pflanzen Trichome haben, sind einige Sorten von Natur aus reicher an Trichomen. Hier kommt es auf die Pflanzen-Genetik an.
UV-Bestrahlung: da die Trichome auch die Funktion einer „natürlichen Sonnencreme“ für die Cannabis-Pflanze erfüllen, ist es nur logisch, dass die Pflanze unter gesteigerter UV-B-Bestrahlung mehr Trichome/Cannabinoide produziert, um sich vor dem Licht zu schützen.
Aushärten: Das Aushärten hat einen enormen Einfluss auf die Ausbildung der Trichome. In dieser Phase wird der Pflanze überschüssige Feuchtigkeit entzogen, was zur Veränderung der Verbindungen und zum Erhalt der Trichome führt. Zunächst nimmt die Trichomkonzentration ab, doch nach der achten Woche der Aushärtung sind sie stärker ausgeprägt.
Auch andere Faktoren wie Umweltbedingungen, Entblättern oder Zusätze beeinflussen die Trichomqualität der Cannabis-Pflanze.
Doch Achtung: Trichome sind sensibel. Durch unsachgemäße Lagerung oder Verarbeitung können sie von der Pflanze abgebaut werden, was direkt zu einem Qualitätsverlust des medizinischen Cannabis führt.
Der richtige Erntezeitpunkt von medizinischem Cannabis
Um besonders hochwertiges und therapeutisch nützliches medizinisches Cannabis zu erhalten, spielt der richtige Zeitpunkt der Ernte eine große Rolle. Um diesen zu bestimmen, gibt es verschiedene Indikatoren wie die Blütenstruktur, den Harzgeruch oder die Blattverfärbung. Der wichtigste ist allerdings die mikroskopische Analyse der Trichome.
Der Maximalgehalt an THC ist enthalten, wenn maximal viele Trichome milchig gefärbt sind. Sobald diese beginnen sich bernsteinfarben zu färben, wird THC bereits abgebaut und zu dem weniger psychoaktiv, aber sehr entspannend wirkenden CBN umgewandelt. Mit diesem Hintergrundwissen lässt sich leicht ableiten, dass sich der optimale Erntezeitpunkt danach richtet, wie stark psychoaktiv oder eher entspannend das Cannabis wirken soll.
Allgemein bewährt hat sich hierbei die 70:30-Regel. Sind 70% der Trichome milchig und 30 % bernsteinfarben gefärbt, hat das geerntete medizinische Cannabis die optimale Balance zwischen psychoaktiv und beruhigender/entspannender Wirkung.
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Fazit: Trichome – Quelle der Wirkung von medizinischem Cannabis
Trichome bilden die schön anzusehende frostige Schicht auf den Cannabis-Pflanzen. Doch diese kleinen Ausstülpungen können weit mehr als nur gut aussehen. Sie produzieren und speichern all das, was die Cannabis-Pflanzen so besonders und nutzbar macht: Cannabinoide, Terpene und Flavonoide. Ihre Zusammensetzung entscheidet über Aroma, Potenz und therapeutische Wirksamkeit des medizinischen Cannabis.
Für Grower sind sie der wichtigste Indikator für den optimalen Erntezeitpunkt. Für Konsumenten und Patienten ein Qualitätsmerkmal und für die Wissenschaft sind sie ein faszinierender, noch weitgehend unerforschter Baukasten an aktiven Wirkstoffverbindungen.
Gerade in der Medizin zeigt sich ihr enormes Potential: Erst das Zusammenspiel der in den Trichomen erzeugten Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden macht Cannabis zu dieser einzigartigen, nutzvollen Pflanze. Es deutet immer mehr darauf hin, dass die zukünftige Nutzung von medizinischem Cannabis den Fokus nicht auf einzelne Wirkstoffe, sondern auf die Kombination und Nutzung der gesamten chemischen Vielfalt der Trichome setzt.
FAQ:
Kann man Trichome mit einer Lupe sehen?
Ja. Trichome lassen sich mit einer Lupe erkennen. Um die Farbe und den Reifegrad Ihrer Trichome präzise zu bestimmen, lohnt sich die Investition in eine 60x LED-Lupe für Grower oder ein USB-Mikroskop mit einer 100x -200x Vergrößerung.
Wie sehen erntereife Trichome aus?
Sind 70% der Trichome milchig und 30 % bernsteinfarben gefärbt, ist das Cannabis erntereif.
Weiterführende Informationen und Quellen:
https://gutmutsaatgut.de/trichome-die-4-wichtigsten-typen-erklaert/
https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/lexikon-a-z/trichome-haare-780
Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung; auch stellt er weder eine Empfehlung zum Konsum dar, noch ist mit ihm ein Versprechen einer bestimmten Wirkweise oder Heilungsform verbunden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität des Inhalts wird keine Haftung übernommen.