Medizinisches Cannabis bei Erkältung – kann es wirklich helfen?

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – wenn die Tage kürzer und das Wetter grauer wird, wird unser Körper oftmals anfälliger für Erkältungen. Neben den gängigen Medikamenten nutzen viele die wohltuende Wirkung bekannter Hausmittel wie Tee, selbstgemachter Hühnerbrühe oder Dampfbäder. Diese sollen nicht nur die belastenden Symptome lindern, sondern auch das angeschlagene Wohlbefinden wieder aufpäppeln. 

Durch die steigende Anzahl von Patienten, die medizinisches Cannabis bereits jetzt bei verschiedenen, körperlichen Beschwerden konsumieren, stellt sich natürlich die Frage, ob dieses auch das Repertoire an herkömmlichen Mitteln im Kampf gegen die Erkältungswelle erweitern kann oder ob es die Symptome vielleicht sogar verschlimmert. 

Positive Effekte von THC und CBD während einer Erkältung

THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) sind die bekanntesten der über 100 verschiedenen Inhaltsstoffe, die im medizinischen Cannabis enthalten sind. Diese beiden Cannabinoide wirken direkt auf das körpereigene Endocannabinoid-System (ECS) ein, welches an der Regulierung vieler wichtiger Körperfunktionen, wie Schmerzwahrnehmung, Schlaf, psychischem Wohlbefinden und der Immunabwehr beteiligt ist. Durch die direkte Einwirkung des medizinischen Cannabis auf den Körper ergeben sich viele positive Effekte, welche auch bei Erkältungssymptomen hilfreich sein können.

Schmerzlinderung

Eine Studie der Auburn University aus 2019 belegt, dass medizinisches Cannabis eine schmerzlindernde Wirkung auf den Körper haben kann. Es liegt nahe, dass dieser Effekt hilfreich sein kann, wenn klassische Erkältungssymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Es ist jedoch noch nicht wissenschaftlich erforscht, wie stark der Einfluss von medizinischem Cannabis auf diese spezifischen Erkältungssymptome ist.

Schlafqualität

Sowohl THC als auch CBD können sich positiv auf die Schlafqualität der Patienten auswirken. Gerade wenn der Körper gegen eine Erkältung ankämpft, ist erholsamer Schlaf von zentraler Bedeutung. Hier könnte medizinisches Cannabis unterstützend wirken.

Entzündungshemmung

Eine Studie des Institute of Plant Science hat sich damit beschäftigt, ob Cannabis eine entzündungshemmende Wirkung haben kann. Die Ergebnisse zeigen, dass Cannabis vielversprechende antientzündliche Eigenschaften aufweist, die sowohl durch einzelne Cannabinoide als auch durch komplexe Extrakte erzielt werden können.

 

Risiken von medizinischem Cannabis bei Erkrankungen der Atemwege

So verlockend die positiven Effekte von medizinischem Cannabis auch sind, so stellt sich ebenso die Frage, welche Risiken die Einnahme von medizinischem Cannabis bei Erkrankungen der Atemwege bestehen.

Belastung der Atemwege

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Rauchen oder Verdampfen von medizinischem Cannabis, genau wie das Rauchen von Tabak, die Schleimhäute der Atemwege reizt. Zwar werden beim Verdampfen weniger Schadstoffe als beim Rauchen freigesetzt, eine Belastung der Atemwege entsteht trotzdem. Dies kann zu einer erhöhten Schleimproduktion und zu verstärktem Husten führen und dadurch den Heilungsprozess verlangsamen. Wer während einer Erkältung raucht, nimmt damit eine weitere Reizung der Atemwege in Kauf.

Beeinflussung des Immunsystems

Eine 2009 veröffentlichte Studie hat sich mit der Frage beschäftigt, ob Cannabinoide das Immunsystem beeinflussen können. Cannabis kann die Immunantwort des Körpers dämpfen, was dazu führt, dass wir weniger stark auf Krankheitserreger wie Viren reagieren.

Am Beispiel von Fieber wird dies deutlicher: Fieber ist eine natürliche, körperliche Immunreaktion. Wenn das konsumierte Cannabis nun dazu führt, dass diese Reaktion abgeschwächt wird, kann dies den Heilungsprozess negativ beeinflussen und der Körper benötigt mehr Zeit, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Allerdings gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Cannabis die Immunabwehr in so einem signifikanten Ausmaß schwächt, dass diese Reaktion hervorgerufen wird.

Wechselwirkung mit anderen Medikamenten

Beim zeitgleichen Konsum von medizinischem Cannabis und anderen Medikamenten zur Eindämmung der Erkältung können sich Wechselwirkungen entwickeln. Demnach ist es dringend ratsam für Konsumenten von medizinischem Cannabis, vor der Einnahme von anderen Medikamenten Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin zu halten.

 

Schonender Konsum von medizinischem Cannabis bei Erkältungen

Wenn man medizinisches Cannabis während einer Erkältung konsumieren möchte oder im Rahmen eines Behandlungsplanes konsumieren muss, kann man durch die Beachtung verschiedener Faktoren die bereits erläuterten Risiken minimieren.

Rauchfreie Alternativen: Um die Atemwege zu schonen, kann man auf eine orale Einnahme in Form von Ölen, Tinkturen, Kapseln oder Sprays ausweichen.

Angepasste Dosierung: Gerade während einer Erkältung reagiert der Körper oft empfindlicher auf Medikamente. Deshalb sollte die Dosis möglichst niedrig gehalten und nur bei Bedarf mit Bedacht gesteigert werden.

Beschränkung auf CBD: Der Konsum von CBD-Produkten kann sich entspannend und entzündungshemmend auswirken. Da CBD an Rezeptoren andockt, die außerhalb des Zentralnervensystems liegen, bleibt die bekannte psychoaktive Rauschwirkung hierbei aus.

Ärztliche Rücksprache: Generell und insbesondere bei chronischen Erkrankungen oder anderweitiger Medikamenteneinnahme wird dies dringend empfohlen.

 

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Fazit: Chancen und Grenzen von Cannabis bei Erkältung

Die Wirkung von medizinischem Cannabis bei Erkältungen ist noch nicht weitreichend erforscht. Theoretisch kann es einige Erkältungssymptome lindern und besonders auf das Schmerzempfinden, die Schlafqualität und die entzündlichen Prozesse einen positiven Einfluss haben. Gleichzeitig birgt es aber auch Risiken. Vor allem wenn es geraucht oder inhaliert wird, kann es durch die reizende Wirkung die Erkältung verschlimmern und den Heilungsprozess behindern.

Wer dennoch bei einer Erkältung nicht auf den Konsum von medizinischem Cannabis verzichten möchte oder kann, sollte auf schonende Darreichungsformen setzen, die Dosis sorgsam anpassen und definitiv vorher einen ärztlichen Rat einholen. Generell empfiehlt es sich aber zunächst auf die klassischen Hausmittel, ausreichend Ruhe und viel Flüssigkeit zu setzen.

 

FAQ: Häufige Fragen zu medizinischem Cannabis bei Erkältung

Hilft Cannabis bei einer Erkältung wirklich?

Bislang gibt es keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise, dass Cannabis Erkältungen heilen kann. Einzelne Studien deuten jedoch darauf hin, dass THC und CBD schmerzlindernde, entzündungshemmende und entspannende Effekte haben können.

Ist CBD bei Erkältung besser geeignet als THC?

CBD wirkt nicht psychoaktiv und kann entzündungshemmend, beruhigend und schlaffördernd wirken. THC hat ähnliche Effekte, bringt jedoch mehr Nebenwirkungen mit sich und kann psychoaktive Reaktionen auslösen.

Sollte man bei Erkältung medizinisches Cannabis rauchen?

Nein -  es reizt die Atemwege, verstärkt Husten und trocknet die Schleimhäute aus. Schonende Alternativen sind Edibles, Öle oder Tinkturen.

Beeinflusst Cannabis das Immunsystem?

Cannabis kann entzündungshemmende Prozesse modulieren und damit auch die Immunreaktion beeinflussen. Das kann kurzfristig wohltuend wirken, könnte aber theoretisch den Heilungsprozess auch verlangsamen.

Gibt es Wechselwirkungen mit Erkältungsmedikamenten?

Ja, THC kann die Wirkung bestimmter Medikamente verändern oder verstärken. Wer Cannabis und Erkältungsmittel gleichzeitig konsumieren will, sollte ärztlichen Rat einholen.

Welche Darreichungsformen sind bei Erkältung am besten?

Rauchfreie Formen wie essbare Cannabisprodukte, CBD-Öl oder Tinkturen eignen sich am besten, da sie die Atemwege nicht zusätzlich belasten.

Weiterführende Informationen und Quellen:

https://www.mediosapotheke.de/cannabis-bei-erkaeltung-und-grippe/

https://www.schmerzgesellschaft.de/topnavi/patienteninformationen/aktuelles/cannabis-in-der-schmerzbehandlung

https://www.caritas-gesundheit.de/wissenswertes/patienten-angehoerige/anaesthesie-intensiv-notfallmedizin/schmerzzentrum/cannabis-schmerztherapie

https://dgrh.de/Start/Publikationen/Empfehlungen/Komplement%C3%A4re-Methoden/Cannabis-sativa-und-ihr-Einsatz-bei-entz%C3%BCndlich-rheumatischen-Erkrankungen.html

https://can-doc.de/blogs/cannabis-als-medizin/cannabis-erkaeltung

Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung; auch stellt er weder eine Empfehlung zum Konsum dar, noch ist mit ihm ein Versprechen einer bestimmten Wirkweise oder Heilungsform verbunden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität des Inhalts wird keine Haftung übernommen.